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Was bewegt unsere Forschung?

Saatgut und Sorten bilden die Grundlage des landwirtschaftlichen Pflanzenbaus. Dabei prägen die Strukturen von Saatgutproduktion und Pflanzenzüchtung entscheidend unser globales Ernährungssystem, dessen größte Herausforderung die Gewährleistung von Ernährungssicherheit für eine wachsende Weltbevölkerung ist. Bisherige Lösungsansätze zielten seit den 1940er Jahren vorwiegend auf eine Intensivierung der Landwirtschaft. Mehr…

Saatgut & Sorten als Gemeingüter

Saatgut war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine Ressource, welche von Landwirt*innen als Gemeingut getauscht und daher im gemeinsamen Interesse vermehrt und genutzt wurde. Vielfältige Sorten wurden im regelmäßigen Nachbau erhalten und bei Bedarf auf den Feldern weiterentwickelt. Heute hat sich dies geändert. Mehr …

…vom Süden lernen

Im Projekt RightSeeds untersuchen wir sowohl Organisationsformen gemeingüterbasierter Sortenzüchtung und Saatgutproduktion als auch die für diese Arbeit maßgeblichen Rahmenbedingungen. Ein vergleichender Blick auf Initiativen und Netzwerke in der Nord- und Südhemisphäre ist hier besonders interessant: Der Austausch mit dem philippinischen Netzwerk MASIPAG gewährt uns Einblick in eine seit Jahrzehnten bewährte Kooperation von Züchtung, Anbau, Wissenschaft und NGOs in der Sortenvielfalt und Ernährungsouveränität als zentrale Werte wirken. Mehr…

RightSeeds ist ein Verbundprojekt der Universitäten Oldenburg und Göttingen mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Berlin.
Wir arbeiten zusammen Praxispartnern aus Sortenzüchtung, Saatgutproduktion und Handel.

News

Profilpapier: Biologische Pflanzenzüchtung – Neue Sortenvielfalt für die Zukunft des (Öko-)Landbaus

Mit dem Profilpapier „Biologische Pflanzenzüchtung“ wurde ein weiterer Beitrag aus dem Forschungsprojekt RightSeeds veröffentlicht. Die Broschüre zielt darauf ab, mehr Bewusstsein für die Relevanz biologischer Pflanzenzüchtung zu schaffen und das Thema bekannter zu machen. Durch diese Veröffentlichung sollen wissenschaftsbasierte Inhalte an Multiplikatoren aus Politik, Verbänden, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und der Privatwirtschaft herangetragen werden. Die Darstellung der sozialökologischen Potenziale biologischer Pflanzenzüchtung und das Aufzeigen von Unterstützungsmöglichkeiten leistet einen relevanten Beitrag zur Erreichung gesellschaftlicher Ziele, wie dem Erhalt der Biodiversität und der Ernährungssouveränität.

Das Profilpapier beinhaltet die Klärung relevanter Begriffe der biologischen Pflanzenzüchtung und deren Ursprünge. Ferner wird die Notwendigkeit der biologischen Pflanzenzüchtung beschrieben und grundsätzliche Prinzipien des ökologischen Landbaus erläutert. Im nächsten Schritt werden verschiedene Methoden der biologischen Pflanzenzüchtung und die Herangehensweise der Verbände „Kultursaat e.V.“, „saat:gut e.V.“, „apfel:gut e. V.“ und „gzpk“  dargelegt. Darüber hinaus wird der Beitrag der Biologischen Pflanzenzüchtung zu gesellschaftlich relevanten Fragen und Herausforderungen wie Klimaanpassung, Biodiversitätsverlust, Ernährungssouveränität und einem gemeinwohlorientierten Wirtschaften diskutiert. Abschließend werden konkrete Möglichkeiten, die biologische Pflanzenzüchtung zu unterstützen, aufgezeigt und wichtige Kontakte und weiterführende Informationen aufgelistet.

Saatgut-Tagung

Am 29.01.2022 lud die Zukunftsstiftung Landwirtschaft zur Saatgut-Tagung ein. Diese widmete sich der Entwicklung von ökologisch gezüchtetem Saatgut in einem Markt, der zunehmend immer stärker von Konzentrationsprozessen geprägt wird. Die Öko-Züchtung hingegen soll unabhängig bleiben und dezentral und gemeinschaftlich wachsen. Die Tagung zeigte anhand konkreter Projekte wie dies heute schon praktiziert wird.

RightSeeds hielt in diesem Zusammenhang eine Arbeitsgruppe zur Frage “Wie organisiert sich eine gemeingutorientierte Züchtung?“. Für die Untersuchung dieser Frage wurde ein wissenschaftlicher Blick auf die Vereine Kultursaat und apfel:gut geworfen. Ersichtlich wurde hier, dass gemeingutorientierte Züchtung im Gegensatz zur konventionellen Züchtung Sorten als Kulturgut versteht,  die für die Weltgemeinschaft frei zugänglich bleiben sollten. Zudem werden Bäuer:innen, Erwerbsgärtner:innen und Mitglieder von Fördervereinen in die Züchtung miteinbezogen. Dadurch kann das Saatgut besser an ihre Bedürfnisse angepasst werden, was wiederum die Widerstandsfähigkeit des ökologischen Saatgutsektors erhöht.

Neben Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen bereicherten auch die Praxispartner von RightSeeds, Kultursaat e.V., apfel:gut e.V. und die Bingenheimer Saatgut AG, die Tagung mit Beiträgen in Gesprächsrunden oder Arbeitsgruppen.

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Interview mit Stefanie Sievers-Glotzbach im Slow Food Magazin erschienen

Die Biologische Pflanzenzüchtung schafft neue Sorten, die robust sind, gute Erträge liefern und auf die großen Veränderungen durch den Klimawandel reagieren können. Im Interview erklärt Stefanie Sievers-Glotzbach, wie Züchtungs-Initiativen mit bewährten Züchtungsansätzen an Sorten für eine starke Basis der ökologischen Landwirtschaft arbeiten. Zum Artikel.  

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Organic Farming Innovation Award für Kultursaat und Bingenheimer

Die RightSeeds Praxisparter Kultursaat e.V. und die Bingenheimer Saatgut AG als Tandem mit dem Organic Farming Innovation Award 2021 (OFIA) ausgezeichnet. Das Netzwerk überzeugte die Jury in der Kategorie „Science Prize“ und wurde dabei für seine innovativen Ansätze in der Erhaltung und Entwicklung samenfester Sorten sowie die Arbeit in der bäuerlichen ökologischen Saatgutvermehrung gelobt.

Hier geht es zur vollständigen Meldung.

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RightSeeds Team auf dem Organic World Congress

Vom 6. – 10. September 2021 fand der 20. Organic World Congress statt (online und vor Ort in Rennes, FR). Prof. Stefanie Sievers-Glotzbach vertrat das RightSeeds Team im Science Forum mit dem Beitrag „Seeds of Resilience: The Contribution of Commons-based Organic Plant Breeding and Seed Production to Social-Ecological Resilience of the Agricultural Sector“ (Die zugrundeliegende Publikation ist online als Open Access Dokument verfügbar: https://doi.org/10.1080/14735903.2021.1963598).

Svenja Puls stellte auf der Vorkonferenz zu ökologischer Tierhaltung ihre Arbeit zu Ökologischen Tierzuchtinitiativen (Titel: „Promoting and inhibiting factors for the establishment of organic animal breeding“) vor. Die zugrundeliegende Abschlussarbeit ist online abrufbar.

Quelle: Pexels
Foto: Pexels, Wiley

Wie nehmen Konsument:innen open-source Saatgut wahr?

Open-source Saatgut Lizenzen stellen eine Gegenbewegung zum Privatisierungstrend im Saatgutsektor dar. Sie zielen sowohl auf den Erhalt der biologischen Vielfalt als auch auf die langfristige Sicherung des bäuerlichen Zugangs zu Saatgutressourcen ab. Über die Nachfrage nach open-source Gemüse könnten Konsument*innen eine zentrale Rolle bei der Einführung und Etablierung solcher Lizenzen spielen. Der Anteil kritischer Konsument*innen, die auf entsprechende Produktsiegel achten und ethische und ökologische Faktoren bei ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen, vergrößerte sich in den vergangenen Jahren stetig. Doch wie nehmen Konsument*innen das bisher wenig bekannte open-source Saatgut wahr?

Die Ergebnisse einer Studie zu diesem Thema veröffentlichten Lea Kliem und Hendrik Wolter im International Journal of Consumer Studies im Januar 2022. Mithilfe der explorativen Methode des „Lauten Denkens“ erforschten sie die Einstellung und Wahrnehmung von 228 Kund*innen in Berliner Bio- und Supermärkten. Die Studie zeigt, dass die Konsument*innen open-source Saatgut Lizenzen grundsätzlich positiv gegenüberstehen – unabhängig davon, ob sie das Konzept gänzlich verstanden haben oder nicht. In der Wahrnehmung der Konsument*innen soll die open-source Lizenzierung die zunehmende Marktkonzentration und Privatisierung pflanzengenetischer Ressourcen verhindern, zur Erhaltung der Agrobiodiversität beitragen und (Klein-)Landwirt*innen unterstützen. Inwieweit sich die positive Einstellung gegenüber open-source Gemüse mit den persönlichen Präferenzen für Geschmack, Gesundheit, Sicherheit und Qualität decken, muss noch erforscht werden. Zielgruppe für open-source Lebensmittel, könnten insbesondere gebildete, junge bis mittelalte, ökologisch-orientierte Verbraucher*innen sein.

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

Kommunikationsworkshop mit Praxispartner*innen und Expert*innen

+++ Update +++

In einem weiteren digitalen Treffen konnten wir nun die aufbereiteten Ergebnisse des Workshops mit den Teilnehmer*innen teilen und erste Ideen zur Umsetzung von Kommunikationselementen diskutieren.

Wir freuen uns sehr, dass sich bei diesem Treffen auch eine Gruppe interessierter Partner*innen für eine weitere Zusammenarbeit gefunden hat. Gemeinsam wollen wir uns in den kommenden Monaten inhaltlich Abstimmen und konkrete Umsetzungsvorschläge für die Kommunikation zur ökologischen und gemeingutbasierten Pflanzenzucht entwickeln.

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Nachdem wir in den vergangenen Jahren verschiedene Facetten gemeingutbasierter und ökologischer Pflanzenzüchtung erforscht haben, wollen wir nun unsere Erkenntnisse noch stärker nach außen tragen. Ende 2020 haben wir dazu gemeinsam mit unseren Praxispartner*innen und weiteren Expert*innen in zwei professionell begleiteten Online-Workshops eine gemeinsame Kommunikationsstrategie erarbeitet. Dabei wurde nicht nur auf die Vorarbeiten aus RightSeeds zurückgegriffen – vor allem die eingeladenen Teilnehmenden aus den Bereichen Züchtung, Verarbeitung, Handel, Wissenschaft und Kommunikation konnten einen breiten Wissensschatz aus ihrer bisherigen Arbeit (u.a. im Rahmen von Bioverita) einbringen.

Die gesammelten Ideen, werden nun verschriftlicht und im Laufe des Jahres öffentlich zugänglich gemacht. So soll es verschiedenen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette erleichtert werden, Mehrwerte und Vorteile der ökologischen Züchtung verständlich und adressatengerecht zu kommunizieren.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihren vielfältigen Input und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

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Agricultureandhumanvalues

Das „Symposium Issue on Seed Commons“ ist bei Agriculture and Human Values erschienen!

In Kooperation mit Anja Christinck (Seeds4Change) hat das RightSeeds-Team ein Symposium Issue zu Saatgut-Commons („Seed Commons“) herausgegeben. Die Idee dazu entstand im Rahmen des in 2018 durchgeführten RightSeeds-Workshops „Conceptualizing the News Commons“  und spiegelt die gute Kooperation und Vernetzung zum Thema Seed Commons im Nachgang des Workshops. Wir haben spannende Artikel erhalten, die nicht nur konzeptionelle Beiträge zu Seed Commons liefern sondern auch praktische Beispiele aus unterschiedlichen Ländern zeigen. Die Beiträge sind auf der Seite des Journals abrufbar:

Wir möchten uns noch einmal herzlich bei allen Autor*innen für ihre Beiträge bedanken!

 

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Kommende Veranstaltungen

BIOFACH 2022 Aufgrund vieler Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Corona Pandemie im Frühjahr 2022, wurde die BIOFACH 2022 auf den 26.-29.7.2022 verschoben. RightSeeds beteiligt sich am Gemeinschaftsstand der Praxispartner.

Vergangene Veranstaltungen

29.01.2022 RightSeeds Arbeitsgruppe zum Thema „Wie organisiert sich die gemeingutorientierte Züchtung?“ auf der Saatguttagung der Zukunftsstiftung Landwirtschaft

09.12.2021 RightSeeds moderiert Panel zu „Governing food producing commons“ auf der IASC-Konferenz Food Commons in Europe and Beyond

08.-10.09.2021 RightSeeds auf dem Organic World Congress

15.-18.09.2021 VÖW Sommerakademie in Schleswig-Holstein: „Nachhaltige Landnutzung: Zwischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, agrarpolitischen Vorgaben und gesellschaftlichen Ansprüchen“

21.-23.04.2021 Special Session zu Seed Commons bei der IASC Commoning Conference (Organisiert von RightSeeds in Kooperation mit der Universität Bonn)

08.-10.03.2021 Präsentation der RS-Erkenntnisse auf der EUCARPIA/LIVESEED Konferenz zu Innovationen im Bereich ökologische Züchtung und Saatgut

23.11. /30.11.2020  RS-Online-Workshop „Zielgruppengerechte Kommunikation zur ökologischen Pflanzenzüchtung“

15.10.2020  Workshop Engagement.Biobreeding – Der Mehrwert ökologischer Züchtung für die gesamte Wertschöpfungskette

26.02.2020 Research Day der UBC Farm: Lea Kliem sprach über den Beitrag gemeingüterbasierter Züchtung und Saatgutproduktion zur sozio-ökologischen Resilienz des Agrarsektors

12.-15.02.2020 RightSeeds bei der Organic Seed Growers Conference

14.11.2019 Abschlussveranstaltung unseres Partnerprojekts EGON zur ökologischen Apfelzüchtung. Mehr Infos hier

21.-25.10.2019 ESP 10 World Conference: 10 Years of advancing ecosystem services science, policy and practice for a sustainable future

4.-10.2.2019 | sechstägiger Süd-Nord-Austausch zwischen den deutschen und philippinischen Praxispartnern des Projekts in Santa Rosa, Nueva Ecija, Luzon.

22.-23.1.2019 | zweitägiger Workshop von SEARICE in Quezon, Philippinen: Taking a Stand for the Future of Seeds, Food and Agriculture: A Multi-Stakeholder Workshop

18.11.2018 | Vorbereitungstreffen zur Philippinenreise im Rahmen des Initiativkreistreffens auf dem Hof Fleckenbühl, Cölbe

Juli / August 2018 | Kundenbefragung zur OpenSource Tomate SunViva bei der BioCompany und EDEKA in Berlin

6.-8.6.2018 | IASC Thematic Workshop: Conceptualizing the New Commons – the examples of Knowledge Commons & Seed and Variety Commons | Schlaues Haus, Oldenburg | Internationaler Forschungsworkshop in Kooperation mit der International Association for the Study of the Commons (IASC)

28.10.2017 | Workshop mit Alberto Acosta – Der Beitrag von Commons zu ‚Buen Vivir’ am Beispiel einer Essbaren Stadt in Oldenburg | Workshop-Organisation durch RightSeeds

18.10.2017 | 1. Fachtagung „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende – Lokale Ernährungskonzepte“ | München | RightSeeds-Mitarbeiterin als Referentin und Workshop-Moderation

15.10.2017 | Veranstaltung zum Welternährungstag im Rahmen des Markts der Völker | Oldenburg | RightSeeds-Mitarbeiterinnen leiten Diskussion zum Film „Zukunftsfelder“ zu Saatgut und Sorten auf den Philippinen

Themen

Gruppenfoto des RightSeeds Workshops mit MASIPAG in den Philippinen
Foto: RightSeeds
Foto: Uni Oldenburg / Tobias Frick
Foto: Uni Oldenburg / Tobias Frick

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